Die meisten Kund*innen begegnen Sexarbeitenden respektvoll. Dennoch kann es in jeder Arbeitsumgebung zu unangenehmen, grenzüberschreitenden oder gefährlichen Situationen kommen. Deshalb ist es wichtig, auf die eigene Sicherheit zu achten, Risiken möglichst früh zu erkennen und die eigenen Grenzen ernst zu nehmen.

Sicherheit bedeutet nicht, ständig Angst zu haben. Es geht darum, vorbereitet zu sein, die Arbeitsumgebung bewusst zu gestalten und zu wissen, wie du in schwierigen Situationen reagieren kannst.

Tipps für mehr Sicherheit im Arbeitsalltag

  • Arbeite möglichst in einer übersichtlichen Umgebung: Achte darauf, dass du deine Umgebung gut einschätzen kannst und im Notfall schnell Hilfe erreichst. Informiere dich über Fluchtwege, Notrufmöglichkeiten und Ansprechpersonen vor Ort.
  • Informiere Kolleg*innen oder Vertrauenspersonen: Wenn möglich, teile einer Person deines Vertrauens mit, wo du arbeitest oder wohin du gehst. Gegenseitige Unterstützung erhöht die Sicherheit.
  • Vertraue deinem Bauchgefühl: Wenn dir eine Person bedrohlich, aggressiv oder unangenehm erscheint, darfst du den Kontakt jederzeit ablehnen oder beenden. Du entscheidest, mit wem du arbeiten möchtest.
  • Besprich Leistungen und Bezahlung vorher: Klare Absprachen helfen, Missverständnisse und Konflikte zu vermeiden. Vereinbare Leistungen und Preis vor Beginn und lass dir das Honorar möglichst vorab geben.
  • Achte auf deine Grenzen: Du bestimmst jederzeit selbst, was du anbieten möchtest und was nicht. Niemand hat Anspruch auf Leistungen, denen du nicht zugestimmt hast.
  • Halte Kontakt zu Kolleg*innen: Der Austausch mit anderen Sexarbeitenden kann helfen, Erfahrungen weiterzugeben, Risiken frühzeitig zu erkennen und sich gegenseitig zu unterstützen.
  • Achte auf deine Gesundheit: Ausreichende Pausen, Schlaf, Essen und Erholung sind wichtige Voraussetzungen für sicheres und selbstbestimmtes Arbeiten.

Vermeide es nach Möglichkeit, während der Arbeit Alkohol oder andere berauschende Substanzen zu konsumieren. Ein klarer Kopf hilft dabei, Situationen besser einzuschätzen und Entscheidungen zu treffen.

Wenn etwas passiert

Wenn du Gewalt, Bedrohungen oder andere Übergriffe erlebst, bist du nicht allein. Beratungsstellen, Fachberatungen, Gesundheitsämter und die Polizei können Unterstützung bieten. Auch Kolleg*innen oder Vertrauenspersonen können wichtige Ansprechpartner*innen sein.

Deine Sicherheit und dein Wohlbefinden haben Priorität. Du hast das Recht, Grenzen zu setzen, Hilfe zu suchen und Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Alle Infos im Video

Seitennavigation