Die Würde jedes Menschen ist unantastbar. Niemand hat das Recht, über deinen Körper, dein Geld, deine Ausweisdokumente oder dein Leben zu bestimmen.

Hinweis: Diese Seite enthält Informationen und Beispiele zu Gewalt, Zwang, Menschenhandel und sexueller Ausbeutung. Wenn dich diese Themen belasten, nimm dir Zeit beim Lesen und suche Unterstützung, wenn du sie brauchst.

Wenn du das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt, jemand Druck auf dich ausübt oder du Angst hast, nimm diese Gefühle ernst. Du musst schwierige Situationen nicht allein bewältigen. Sprich mit Menschen, denen du vertraust, oder wende dich an eine Beratungsstelle. Unterstützung zu suchen ist ein wichtiger Schritt, um deine Rechte und deine Sicherheit zu schützen.

Gewalt, Zwang und Menschenhandel sind schwere Straftaten und Menschenrechtsverletzungen. Sie kommen weltweit vor und können Menschen in unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsbereichen betreffen – auch in der Sexarbeit.

Wichtig: Sexarbeit und Menschenhandel sind nicht dasselbe. Sexarbeit beruht auf Freiwilligkeit und Selbstbestimmung. Menschenhandel und Zwang beruhen auf Ausbeutung, Täuschung, Druck oder Gewalt.

Formen von Menschenhandel und Ausbeutung

  • Sexuelle Ausbeutung: Menschen werden zur Prostitution oder anderen sexuellen Handlungen gezwungen.
  • Zwangsarbeit: Menschen werden durch Gewalt, Drohungen oder Täuschung zur Arbeit gezwungen.
  • Kinderhandel: Kinder werden für verschiedene Zwecke ausgebeutet oder gehandelt.
  • Organhandel: Menschen werden getäuscht, bedroht oder ausgebeutet, um ihre Organe zu entnehmen oder zu verkaufen.

Wie Täter*innen Kontrolle ausüben

  • Physische Gewalt: Schläge, sexuelle Gewalt und andere Formen körperlicher Misshandlung.
  • Psychologische Manipulation: Einschüchterung, Drohungen und emotionale Kontrolle.
  • Finanzielle Ausbeutung: Wegnahme von Einkommen oder Verschuldung, um Abhängigkeiten zu schaffen.
  • Dokumentenentzug: Einbehalten von Reisepässen, Ausweisen oder anderen wichtigen Dokumenten.

Schütze dich vor Gewalt und Menschenhandel

Vergiss nie: Sexarbeit ist in Deutschland legal.

„Meine Freundin erzählte mir, dass sie in Deutschland viel Geld verdient. Das wollte ich auch. Ein Bekannter hat mich dann mitgenommen. Er hat mir meinen Pass abgenommen und mich zum Arbeiten in einen Club geschickt. Ich wusste gar nicht genau, wo ich war. Ich musste ihm mein ganzes Geld geben. Er hat gesagt, dass Prostitution hier verboten ist und ich ins Gefängnis komme, wenn ich jemandem davon erzähle.“

Sexarbeit ist in Deutschland grundsätzlich legal. Niemand darf dich mit falschen Informationen einschüchtern oder dir erzählen, du würdest allein wegen deiner Tätigkeit bestraft werden. Wenn du gegen deinen Willen festgehalten wirst, gezwungen wirst zu arbeiten, bedroht wirst oder dir Ausweisdokumente weggenommen werden, hast du das Recht auf Hilfe. Beratungsstellen können dich unterstützen und gemeinsam mit dir nach Lösungen suchen.

Vergiss nie: Gewalt ist verboten.

„Ich bin schon lange im Geschäft und dachte, ich könnte Menschen gut einschätzen. Dann kam ein Gast, mit dem zunächst alles in Ordnung schien. Auf dem Zimmer wurde er plötzlich aggressiv, weil ich etwas nicht tun wollte. Als ich Hilfe holen wollte, schlug er mir ins Gesicht. Meine Kolleginnen haben sofort die Polizei gerufen.“

Körperliche, sexuelle und psychische Gewalt sind Straftaten. Niemand darf dich schlagen, bedrohen oder zu sexuellen Handlungen zwingen. Wenn du den Eindruck hast, dass eine Person in der Sexarbeit Gewalt erlebt oder bedroht wird, unterstütze sie dabei, Hilfe zu finden. Wenn du selbst betroffen bist, suche Unterstützung bei einer Beratungsstelle oder der Polizei.

Vergiss nie: Niemand darf dir Gewalt antun.

„Immer wenn mein Mann betrunken ist und ich nicht genug Geld mit nach Hause bringe, schlägt er mich und beleidigt mich. Manchmal zwingt er mich auch zu sexuellen Handlungen. Ich habe lange geglaubt, dass mir niemand helfen würde.“

Egal, welchen Beruf du ausübst oder wie du lebst: Niemand darf dich schlagen, bedrohen, vergewaltigen oder zu etwas zwingen, das du nicht möchtest. Niemand darf dir deinen Pass wegnehmen, dein Geld kontrollieren oder über dein Leben bestimmen.

Vergiss nie: Du bist nicht allein.

In Deutschland gibt es Gesetze gegen Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung, Vergewaltigung, Nötigung, Freiheitsberaubung und andere Formen von Gewalt. Wenn du Gewalt erlebst oder dir Sorgen um eine andere Person machst, wende dich an eine Beratungsstelle oder an die Polizei. Dort arbeiten Menschen, die dir zuhören und gemeinsam mit dir nach Lösungen suchen.

Madonna e.V. berät vertraulich, kostenlos und auf Wunsch anonym. Wenn du Gewalt erlebt hast, unter Druck gesetzt wirst oder Fragen zu deinen Rechten hast, kannst du dich jederzeit an uns wenden. Du bist nicht allein.

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