Am 14. September ist Sex Worker Pride Day, ein Tag, der weltweit an die Stärke, den Zusammenhalt und die Selbstbestimmung von Sexarbeiter*innen erinnert. Auch wir bei Madonna e.V. in Bochum stehen an diesem Tag, und an jedem anderen, solidarisch an der Seite der Menschen, für die wir arbeiten.
Worum geht es an diesem Tag?
Der Sex Worker Pride Day wurde 2019 vom Global Network of Sex Work Projects (NSWP) ins Leben gerufen. Er ist einer von vier internationalen Aktionstagen der Sexarbeiter*innenbewegung, neben dem 3. März (International Sex Workers' Rights Day), dem 2. Juni (International Whores' Day) und dem 17. Dezember (International Day to End Violence Against Sex Workers).
Während es an den anderen Tagen oft um Rechte, Gewaltprävention oder politische Forderungen geht, steht der 14. September für etwas anderes: Stolz. Laut dem Global Network of Sex Work Projects (NSWP) richtet sich der Tag an alle, die durch Kriminalisierung, Diskriminierung und Stigmatisierung ausgegrenzt werden, und würdigt die Vielfalt innerhalb der Sexarbeiter*innen-Community. (NSWP, 2019, zitiert in: HIV Justice Network)
Warum das auch in Bochum wichtig ist
Sexarbeit ist Arbeit. Diese einfache Aussage ist für viele Menschen in unserer Beratungsarbeit alles andere als selbstverständlich, im Alltag begegnen ihnen stattdessen Vorurteile, Scham und rechtliche Hürden. Der Pride Day erinnert uns daran, dass Wertschätzung und Respekt keine Ausnahme, sondern die Regel sein sollten.
Auch die Organisation TAMPEP, ein europäisches Netzwerk zur Gesundheitsförderung von Sexarbeiter*innen, betont, dass der Tag dazu dient, die geführten Kämpfe und erreichten Fortschritte anzuerkennen und zu feiern, in der Gewissheit, dass die Bewegung stark und geeint bleibt für die Auseinandersetzungen, die noch bevorstehen. (TAMPEP, The Sex Worker Pride Day, 14th September)
Als Fachberatungsstelle setzen wir uns Tag für Tag dafür ein, dass Sexarbeiter*innen in Bochum und im Ruhrgebiet gehört werden, unabhängig davon, unter welchen Bedingungen sie arbeiten. Wir wollen ihnen Zugang zu Beratung, Gesundheitsversorgung und rechtlicher Unterstützung ermöglichen, ihre Selbstbestimmung respektieren und dazu beitragen, dass sie sicher arbeiten können, frei von Gewalt, Ausbeutung und Stigma.
Was wir uns wünschen
Sichtbarkeit ohne Selbstbestimmung bringt wenig. Deshalb ist uns an einem Tag wie diesem besonders wichtig: Wir sprechen nicht über Sexarbeiter*innen, sondern hören zu, unterstützen und schaffen Räume, in denen ihre eigenen Stimmen im Mittelpunkt stehen.
Wenn Sie selbst in der Sexarbeit tätig sind und Beratung, Unterstützung oder einfach ein offenes Ohr suchen, sind Sie bei Madonna e.V. herzlich willkommen. Und wenn Sie sich als Außenstehende solidarisch zeigen möchten: Der einfachste erste Schritt ist oft, zuzuhören und Vorurteile zu hinterfragen.
Alles Gute zum Sex Worker Pride Day, von uns an alle, die diesen Tag feiern!