Der Internationale Frauentag am 8. März erinnert an die jahrhundertelangen Kämpfe von Frauen* für politische Teilhabe, soziale Rechte und ökonomische Gleichstellung. Historisch wurzelt er in den Arbeiterinnenbewegungen des frühen 20. Jahrhunderts, in denen Frauen* das Recht auf Arbeit, faire Löhne und Schutz vor Ausbeutung forderten. Diese Themen sind bis heute relevant: Sie verbinden Fragen von Geschlecht, Arbeit und Selbstbestimmung und machen sichtbar, wie ökonomische und soziale Strukturen die Handlungsmöglichkeiten von Frauen* prägen.

Feministische Analysen zeigen, dass Arbeit kein neutraler Bereich ist, sondern ein Feld, in dem Machtverhältnisse und soziale Hierarchien ausgehandelt werden. Tätigkeiten, die überwiegend von Frauen* ausgeübt werden oder gesellschaftlich als „nicht-normativ“ gelten, erfahren häufig systematische Abwertung und Moralzuschreibungen (siehe: Mandel, H., Lazarus, A., & Moreno, A. (2024). The Value of Work: The Gendered Outcomes of Organizational Wage Reforms. Work and Occupations, 30(3), 69–96). Sexarbeit ist ein besonders prägnantes Beispiel: Sie wird politisch und moralisch stark reguliert, häufig stigmatisiert und selten als Erwerbsarbeit anerkannt, obwohl sie klare ökonomische und soziale Realitäten abbildet (siehe: Weitzer, Ronald. (2010). The Mythology of Prostitution: Advocacy Research, Policy, and Practice. Sexuality Research & Social Policy, 7(3), 1–11.)

Eine intersektionale Perspektive macht zusätzlich sichtbar, dass Diskriminierung entlang von Geschlecht, Herkunft, sozialem Status, Aufenthaltsrecht oder sexueller Identität wirkt (siehe: Intersektionalität – Gleichstellungsportal, Intersektionalität). Besonders stark betroffen sind davon Sexarbeitende, trans* und nicht‑binäre Personen, die oft mehrfachen Barrieren ausgesetzt sind und deren Selbstbestimmung durch rechtliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen beeinflusst wird.

Unser Ansatz ist ein feministischer, der sich an den Stimmen und Bedürfnissen der Menschen orientiert, die wir beraten. Wir setzen uns dafür ein, Arbeitsrechte zu stärken, Zugänge zu Beratung, Information und Gesundheitsversorgung abzusichern und Barrieren abzubauen. Feminismus bedeutet hier, strukturelle Ungleichheiten sichtbar zu machen und Handlungsspielräume aktiv zu erweitern.

Der Internationale Frauentag bietet Anlass, über feministische Perspektiven auf Arbeit, Körper und Selbstbestimmung nachzudenken und solidarisch für Rechte, Schutz und Handlungsmacht aller Frauen* einzutreten, auch dort, wo gesellschaftliche Anerkennung noch immer erkämpft werden muss.


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