Für viele selbstständig arbeitende Sexarbeitende ist das Internet ein wichtiger Weg, um Kund*innen zu erreichen und über das eigene Angebot zu informieren. Gleichzeitig solltest du dir bewusst sein, dass Informationen, Fotos und Videos im Internet oft dauerhaft verfügbar bleiben können. Deshalb lohnt es sich, die eigene Online-Präsenz sorgfältig zu planen.

Sicher und professionell im Internet auftreten

Bevor du ein Profil anlegst oder eine eigene Website erstellst, solltest du überlegen, welche Informationen du veröffentlichen möchtest und welche lieber privat bleiben sollen. Sprich auch mit erfahrenen Kolleg*innen über ihre Erfahrungen und informiere dich über die Vor- und Nachteile verschiedener Plattformen.

  • Überlege dir, welche persönlichen Informationen du veröffentlichen möchtest.
  • Nutze für berufliche Zwecke möglichst eine eigene Telefonnummer und E-Mail-Adresse.
  • Trenne private und berufliche Social-Media-Konten voneinander.
  • Denke daran, dass Inhalte im Internet gespeichert, kopiert oder weiterverbreitet werden können.
  • Prüfe regelmäßig, welche Informationen über dich online sichtbar sind.

Wenn du eine eigene Website betreibst

Für eine eigene Website gelten verschiedene rechtliche Anforderungen. Welche davon auf dein Angebot zutreffen, hängt von der konkreten Gestaltung deiner Website ab.

  • In vielen Fällen wird ein Impressum benötigt.
  • Außerdem sind häufig Informationen zum Datenschutz erforderlich.
  • Informiere dich über die geltenden rechtlichen Vorgaben oder hole fachlichen Rat ein.
  • Achte darauf, dass deine Website und Werbung die gesetzlichen Bestimmungen zum Jugend- und Verbraucherschutz einhalten.

Wichtig: Informiere dich regelmäßig über aktuelle rechtliche Vorgaben. Gesetzliche Regelungen zu Werbung, Datenschutz und Jugendschutz können sich ändern.

Umgang mit Fotos und Videos

Bilder sind oft ein wichtiger Bestandteil von Werbung. Gleichzeitig können sie Risiken für die Privatsphäre mit sich bringen. Überlege deshalb genau, welche Aufnahmen du veröffentlichst.

  • Verwende nur Bilder, mit denen du dich langfristig wohlfühlst.
  • Wenn du anonym bleiben möchtest, achte darauf, dass dein Gesicht oder andere erkennbare Merkmale nicht sichtbar sind.
  • Kläre mit Fotograf*innen schriftlich, wie und wo Bilder verwendet werden dürfen.
  • Auch Betreiber*innen sollten Fotos nur mit deiner Zustimmung nutzen.
  • Sei vorsichtig bei Foto- oder Filmaufnahmen durch Kund*innen.
  • Auch bei Webcam-Angeboten können Screenshots oder Mitschnitte erstellt werden.

Denke daran: Du hast Rechte an deinen Bildern und kannst gegen die unerlaubte Nutzung von Fotos oder Videos vorgehen.

Wenn Fotos oder persönliche Informationen ohne deine Zustimmung veröffentlicht werden oder du von Bedrohungen, Belästigungen oder Cybermobbing betroffen bist, können Beratungsstellen, Datenschutzstellen oder die Polizei Unterstützung anbieten.

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