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Mit den ab August 2021 wird neben anderen Vereinen auch der Verein Neustart e.V. in Berlin mit Fördergeldern für Modellprojekte zum Umstieg aus der Sexarbeit unterstützt. Dieser Verein zeichnet sich durch die Befürwortung des Sexkaufverbotes aus. Daher unterstützen wir folgende Stellungnahme von

 

Hydra e.V. Treffpunkt und Beratung für Prostituierte

Evangelikale Prostitutionsgegner*innen bekommen Gelder vom Bundesministerium


Am 29.07.2021 hat das SPD-geführte Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verkündet, welche Modellprojekte im Bereich Prostitution für die nächsten drei Jahre mit mehreren Millionen Euro gefördert werden.

Anfang des Jahres 2021 hatte das Ministerium aufgefordert, sich um Projekte zu bewerben, die insbesondere in Bezug auf Covid19 Sexarbeiter*innen dabei unterstützen, in andere Berufe umzusteigen. Hydra hat sich - neben vielen anderen Fachberatungsstellen - ebenfalls beworben und durchlief ein mehrstufiges und standardisiertes Auswahlverfahren. Wir haben
den Zuschlag nicht erhalten, aber freuen uns sehr für die ausgewählten Organisationen in Bremen, Neunkirchen und Rostock, dass sie ihre Projekte umsetzen können. In Kiel kann die bewährte Arbeit fortgesetzt werden.

Direkt über das Parlament wurden allerdings noch weitere Projekte direkt in den Haushalt eingebracht - eines davon unter der Trägerschaft von Neustart e.V., einem bekannten fundamentalistisch-christlichen Verein in Berlin, dessen Vorsitzender das sog. schwedische Modell der Freierkriminalisierung befürwortet.

Während gleichzeitig in Berlin die Mittel für feministische Projekte radikal gekürzt werden könnten, fördern SPD und CDU damit nun über die Bundesebene einen Verein, der Frauen in die Opferrolle drängt und "retten" will. Auch tritt er – entgegen der Fachexpertise zahlreicher Verbände – dafür ein, die Nachfrage nach Prostitution zu kriminalisieren.

Neustart hat zudem keine Erfahrung in der professionellen Sozialen Arbeit und beschäftigt fast ausschließlich Ehrenamtliche, die christlich missionieren anstatt kompetente Unterstützung anzubieten. Im bufas e.V., dem Bündnis der Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter in Deutschland, sind zahlreiche professionell arbeitende Beratungsstellen vertreten. Trotz unterschiedlicher und teilweise auch christlicher Trägerschaften eint diese Beratungsstellen eine akzeptierende Haltung gegenüber Sexarbeitenden, ihren Lebensumständen und ihrer Berufsentscheidung, die in der Sozialen Arbeit ohnehin Standard sein sollte. Viele dieser Beratungsstellen sind permanent unterfinanziert und von Kürzungen bedroht, die Förderung von Neustart durch den Bund sollte damit auch als eine eindeutige politische Aussage gewertet werden.

Im Netzwerk "Gemeinsam gegen Menschenhandel e.V." engagiert sich der Vorsitzende von Neustart gemeinsam mit der Gattin eines evangelikalen Pfarrers, Gaby Wentland von Mission Freedom. Dieser Verein operiert bekanntermaßen mit dubiosen Methoden und wird vom Hamburger Senat und dem dortigen Landeskriminalamt als fachlich inkompetent und unseriös eingeschätzt.

Bisher war der Konsens auch in der Berliner Verwaltung, dass eine Zusammenarbeit oder gar staatliche Förderung derartiger Organisationen untragbar ist. Aus der Senatsverwaltung für Gleichstellung in Berlin gab es daher auch keine positive Stellungnahme zu diesem Projekt - das Bundesministerium stimmte der Förderung trotzdem zu.

Wir fordern eine fachlich fundierte Auseinandersetzung mit dem Thema Sexarbeit und die Förderung von Strukturen, die diese Diskussion vorantreiben, z.B. über eine Bundesfinanzierung der Geschäftsstelle des Beratungsstellen-Dachverbandes bufas. Weiterhin fordern wir einen Stopp der Förderung von Projekten in Trägerschaften von Vereinen, die aktiv für eine Kriminalisierung und damit Verschlechterung der Lebensumstände zahlreicher Menschen in der Sexarbeit werben. Stattdessen müssen akzeptierende, anonyme und niedrigschwellige Beratungsangebote für Sexarbeiter*innen bundesweit abgesichert und ausgebaut werden, insbesondere mit Schwerpunkt auf marginalisierten Gruppen wie z.B. trans Sexarbeitenden und durch das Prostituiertenschutzgesetz in die Illegalität gedrängte Sexarbeitende.

Weiterführende Links:

PM Ministerium 29.07.2021
https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/presse/pressemitteilungen/bmfsfj-foerdert-
umstiegsberatung-fuer-menschen-in-der-prostitution-184466

Ausschreibung Modellprojekte 01/2021
https://www.bmfsfj.de/resource/blob/164846/d39e5333c9c9a34a63912f3ee37ab772/2021011
5-interessenbekundungsverfahren-umstieg-prostitution-data.pdf

Mitglieder bufas
http://www.bufas.net/mitglieder/

Mission Freedom
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Buergerpreis-fuer-dubiosen-Verein,missionfreedom103.html

Berlin, 27.09.2021

Während des letztjährigen DDF-Digitalisierungsprojektes des Madonna-Archivs wurde ein Essay über den Verein Madonna e.V. als eine der Akteurinnen der Frauenbewegung für das Portal des Digitalen Deutschen Frauenarchivs verfasst. Die Autorin ist Mechthild Eickel – ehemalige Leiterin der Beratungsstelle und derzeitige ehrenamtliche Mitarbeiterin im Madonna-Archiv. Nun ist dieser Essay auf dem DDF-Portal erschienen:

Madonna e.V. – Verein zur Förderung der beruflichen und kulturellen Bildung von Sexarbeiterinnen

Wir suchen dringend eine Sozialarbeiter*in für unser Team in der Beratungsstelle Madonna e.V. ab sofort!!

Die Stellenausschreibung finden Sie hier zum herunterladen!

Wir freuen uns, das Info-Angebot des Madonna - Archiv und Dokumentationszentrums SEXARBEIT zum Abschluss des Digitalisierungsprojektes 2020 "(Selbst-) Ermächtigung von Frauen in der Sexarbeit" online präsentieren zu können - mit einem Einführungsfilm und vielen Informationen zu den Themen „Über Sexarbeit“, „Hurenbewegung“, dem Verein „Madonna e.V“ und zur Arbeit des „Madonna-Archivs“ in Text, Bild und Video- und Tonaufnahmen.

Webinfoangebot Madonna Archiv

Viel Spaß beim Stöbern auf madonna-archiv.de oder direkt auf Madonna-Archiv Info-Angebot!

 

Im Herbst letzten Jahres wurden wir auf das Buchprojekt „Sex-Workers“ aufmerksam.

Sexarbeiter*innen, auch aus dem Kreise des Madonna e.V., haben sich in diesem Bildband in beruflichem sowie privatem Umfeld ablichten lassen und schildern ihre ganz persönliche Sicht auf die Sexarbeit.

In einer Pressekonferenz inklusive Lesung einiger Texte soll das Buch nun vorgestellt werden. Im Anschluss wird es die Möglichkeit zum Gespräch und Fragen an
den Fotografen Tim Oehler sowie zwei Sexarbeiter*innen geben.

Wir laden Sie dazu herzlich ein

am Donnerstag, den 17.06.2021, um 17 Uhr
zu Madonna e.V., Alleestr. 50, 44793 Bochum,
in unserem Innenhof.

 

PM Madonna Sex Workers Titel

 

Die Veranstaltung wird selbstverständlich gemäß den geltenden Corona-Maßnahmen durchgeführt.
Dies bedeutet derzeit, dass wir einen tagesaktuellen negativen Coronaschnelltest verlangen müssen, sowie Maskenpflicht und Abstandsregeln gelten.

Für eine entsprechende Planbarkeit möchten wir Sie bitten, uns Ihre Teilnahme verbindlich zuzusagen.

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung zu unserer Veranstaltung
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